Leitzach Mündung

Nächstes Plenum

Das nächste Plenum findet am Montag, dem 6.12.2021 um 19:30h statt.

Auch diese Veranstaltung findet online statt. Interessenten melden sich bitte rechtzeitig, um die Zugangsdaten zu bekommen.

Tagesordnung:

  1. Beschlussvorschlagsliste zum Klimaschutz für den Gemeinderat
    Antrag: Klimaschutz im Neubau, Bauleitplanung
  2. Berichte aus den weiteren Arbeitskreisen
    • Verkehr
    • EKKI
    • WEBS (Wohnen, Energie, Bauen, Siedeln)
    • Energie: Gemeindlicher AK
    • Nachhaltige Kommunikationstechnologien
  3. Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Klimaschutz
  4. Klimastreik am 24.9.2021
    Rückblick auf Aktion in Feldkirchen
  5. Weitere Termine

24.9.2021 - Klimastreik auch in Feldkirchen-Westerham

Die Lokale Agenda 21 Feldkirchen-Westerham rief dazu auf, sich am globalen "Klimastreik" zusammen mit Fridays for Future zu beteiligen. Näheres siehe unten.

Informationen zum Weltklimastreik unter https://www.klima-streik.org ^.

Viele Teilnehmer beim Klimastreik in Feldkirchen

Gelegenheit dazu bot unsere eigene Demonstration auf dem Feldkirchener Dorfplatz. Der Bericht im OVB ^ spricht von 150 Teilnehmern.

Klimastreik auf dem Dorfplatz (1)

Klimastreik auf dem Dorfplatz (2)

Im Anschluss ging es in einem gemeinsamen Demonstrationszug zum Rathaus, wo die Schlusskundgebung stattfand.

Demonstrationszug auf der Staatsstraße vom Dorfplatz zum Rathaus

Kundgebung am Rathaus

Rede des Sprechers der Lokalen Agenda21

Helmut Schulte, Sprecher der Lokalen Agenda21 Feldkirchen-Westerham, hielt bei der Demonstration auf dem Dorfplatz die nachfolgende Rede:

 

Bürger von Feldkirchen-Westerham
Bürger der einen Welt

  • Wir haben uns hier versammelt, um an einer weltumspannenden Aktion mitzumachen – es finden heute Tausende von Aktionen in über 150 Ländern rund um den Globus statt – über 400 allein in Deutschland.
    Wir wenden uns an die Politiker und Entscheidungsträger auf allen Ebenen:
    Gemeinde Politiker – Landes Politiker – Bundes Politiker – und an alle Staatschefs der Welt
  • Unsere Erde wird immer heißer, ja unser Haus brennt!
    Man will die Nachrichten immer gar nicht glauben:
    im letzten Jahr brannten in Australien, Kalifornien die Wälder –auch Sibirien und sogar die Arktis brannte und dann auch wieder der Amazonas und der Kongo – schlimme Dürre bereits wenige Kilometer nördlich von uns (dort sinken sogar schon die Bodenpreise für landwirtschaftliche Flächen, weil der Ackerbau beeinträchtigt wird)
    Und diesem Jahr rückten die Katastrophen bedenklich nahe: riesige Waldbrände wieder in Kalifornien, aber auch in der Türkei, in Griechenland, in Sizilien – dort gab es einen neuen Temperaturrekord - ebenso wie im Death Valley sogar einen globalen.
    Platzregen und Überschwemmungen nicht nur in China, Mexiko und den USA (New Orleans, New York), nein auch in Belgien, Rheinland Pfalz, NRW mit vielen Toten und ja! sogar gleich bei uns um die Ecke in Berchtesgaden, Gotzing und Vagen-Mittenkirchen.
    – der Klimawandel schreitet unaufhörlich voran
  • Die Durchschnittstemperatur ist auf der Erde in den letzten 100 Jahren dramatisch angestiegen und hatte bei unserer letzten Demo die 1°C Marke bereits überschritten – heute sind wir schon bei 1,2°C – ein Anstieg von ca. 0,2° in knapp 2Jahren – man stelle sich vor, wie schnell wir bei dem Tempo die in Paris vereinbarten Grenzen von 1,5 bis 2°C erreicht haben – aber die waren eigentlich für das Ende des Jahrhunderts gedacht. 1°, 1,2°, das klingt zwar wenig aber 3° Durchschnittstemperatur machen z.B. den Unterschied zur letzten Eiszeit
  • Die Eisschmelze der Polkappen geht viel schneller, als bisher befürchtet.
    Die Eisfläche in der Arktis schrumpfte im letzten Sommer so weit zusammen, wie noch nie.
  • Der Meeresspiegel steigt weiter – 6mm seit unserer letzten Demo vor 1,5 Jahren
  • Die Wissenschaftler warnen eindringlicher als je zuvor vor einem irreversiblen „Kippen des Klimas“
  • Earth Overshoot Day 2021 ^: World 29.7. - Deutschland 5.5.
  • Ökologisch betrachtet leben wir also über unsere Verhältnisse – wir nutzen weltweit die Natur 1,7 Mal stärker, als unsere Ökosysteme sich regenerieren können. Ein Planet reicht uns somit theoretisch nicht – eigentlich bräuchten wir 1,7 Erden.
    Und wenn alle so leben würden, wie wir hier in Deutschland, dann brauchten wir sogar drei Planeten.
  • Weil wir mehr CO2 in die Atmosphäre geblasen haben, als unsere Ozeane und Wälder absorbieren können. Weil wir schneller gefischt haben, als sich die Fischbestände erholen. Weil wir rascher Bäume gefällt haben, als sie nachwachsen. Am 3. April 2021 erreichten wir einen neuen Rekordwert: 421 ppm Kohlendioxid (CO2). Vor 20 Jahren waren es noch unter 350ppm
  • Atomkraft und Kohle sind Auslaufmodelle. Sie passen als träge Dinosaurier nicht mehr in die Zeit.
  • Atomkraft ist dabei keine "Brückentechnologie"! Sie ist beileibe auch nicht CO2-frei. Sie behindert nur die schnellstmögliche Umstellung auf die Erneuerbaren Energien, weil sie so unflexibel ist und die Netze verstopft. Atomkraft gehört mit ihren vielen, vielen Problemen und extrem gefährlichen Risiken, so schnell es nur eben geht, beendet.
  • Und auch Erdgas ist keine "Brückentechnologie"! Erdgas ist nach neuesten Forschungsergebnissen wegen der enormen Methan Emissionen (28 x schlimmer als CO2) in der Vorkette genauso klimaschädlich wie Öl oder Kohle. Umso unverständlicher sind die Entscheidungen unserer Regierung für die sündteure 2. Erdgasleitung durch die Ostsee (Nord Stream 2) oder für die geplanten Nordsee-Terminals für Flüssiggas, die vorwiegend Frackinggas aus USA importieren sollen.
  • Vor nunmehr 6 Jahren wurde das Pariser Klimaabkommen mit dem 1,5° Ziel beschlossen. Heute fordern wir und die FridaysForFuture in allererster Linie, dass sich die Regierungen jetzt auch an dieses Abkommen halten.
    Deshalb lautet auch das heutige Motto #AlleFürsKlima – schreitet endlich zu Taten – haltet endlich Wort
  • Explizit fordern wir mit den FridaysForFuture für Deutschland:
    • Nettonull CO2 bis 2035 erreichen, nicht erst 2050
    • Kohleausstieg bis 2030, nicht erst 2038
    • 100% erneuerbare Energieversorgung bis 2035

      Entscheidend für die Einhaltung des 1,5°C-Ziels ist, die Treibhausgasemissionen so schnell wie möglich stark zu reduzieren. Nicht erst bis 2050 (unsere Regierung hat unter dem Druck des Verfassungsgerichtsurteils zwar bereits auf 2045 korrigiert) – alle wissenschaftlichen Gutachten sagen, das ist viel zu spät und nicht Paris konform. Die nächsten 10 Jahre sind politisch ganz entscheidend.
  • Was auch immer unsere Politiker in Berlin und in München beschließen, oder auch nicht beschließen ...
    Wenn sich die Regierungen wieder einmal nicht einig werden sollten ?
    dann muss der Wechsel eben von Unten kommen !!!
    Wir alle haben unseren Teil zur Klimakriese beigetragen – Jeder einzelne von uns. Niemand ist gehindert selbst aktiv zu werden und seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten
    Jeder ist gefordert so gut er kann
    Jeder für sich muss sich anstrengen seinen ihm möglichen Beitrag zu leisten
  • Was kann Jeder Einzelne tun ?
    Es ist leicht, von der Politik, also von anderen, etwas zu fordern. Aber dabei könnte jeder einzelne von uns eine ganze Menge tun – das ginge sehr schnell und wäre in vielen Fällen sofort wirksam – Packen wir uns also an die eigene Nase:
    • Generell unser Konsumverhalten ändern – weniger wegwerfen
    • Statt Auto –> Fahrrad – Zug/Bus – Kinder in Schule/Kindergarten
    • Auto – freiwillig Tempolimit 120km/h sofort wirksam
    • wenn schon neues Auto = keines mit Verbrennungsmotor. Umsteigen auf e-Auto, möglichst ein kleines -> wird zZt immer noch systematisch schlecht geredet. Lasst euch nicht verunsichern.
      Die Klimabilanz ist bereits heute deutlich positiv. Schaut euch genau an, wer da was vorrechnet und mit welchen Annahmen – da stecken große Interessen dahinter, die weiter am Erdöl und den alten Technologien verdienen wollen.
    • Urlaub – weniger Fliegen – weniger Kreuzfahrt wenn schon, dann wenigstens kompensieren (Atmosfair)
    • Ernährung – regional und saisonales Gemüse und Obst, ganz wichtig und immer dringender wird Reduzierung unseres Fleischkonsums und wenn schon Fleisch, dann bitte regional (nicht Argentinisches Steak)
    • Rasen/Wiese wachsen lassen – statt Mähroboter
    • Wasser aus dem Hahn statt Mineralwasser
      Preis Faktor 75, CO2 Bilanz Faktor 1000
    • Regional einkaufen
    • Haus – dämmen
      (Öl-)Heizung ersetzen - Solarthermie, PV installieren
      auf jeden Fall keine neue fossile Heizung mehr !
    • Stromanbieter zu echtem Ökostrom wechseln – Aufruf auch an Betriebe und Gemeinde
    • Geldanlage in ökologische Fonts/Projekte
    • Und ganz wichtig – auch mal Verzichten können.
      Wir verzichten ja auf hohem Niveau!
      Das wollen und dürfen Politiker nicht sagen – weil sonst sind sie weg vom Fenster und werden nicht mehr gewählt.
      Aber ich darf das hier ruhig mal laut aussprechen.
  • Vor zehn Tagen zeigt eine internationale Umfrage, wie dramatisch die Klimakrise junge Menschen belastet. 60 Prozent haben Zukunftsängste und ihre Sorgen vor dem Klimawandel beeinträchtigten ihr tägliches Leben, sagen immer noch 45 Prozent. Die Studie mit 10.000 Teilnehmern zwischen 16 und 25 Jahren aus zehn Ländern ist die bislang größte ihrer Art.
  • Dieser Klimastreik ist von FridaysForFuture organisiert worden, um den Politikern zu beweisen, dass sich die Menschen um das Klima sorgen. Die FridaysForFuture haben unsere volle Unterstützung, denn sie vertreten zu 100% genau das, wofür wir uns seit über 21Jahren einsetzen
    An dieser Stelle noch einmal meinen Respekt vor den jungen Leuten. Wie intensiv die sich mit dem Thema auseinandersetzen und wie konsequent sie Konsequenzen ziehen, da kann man nur sagen Hut ab – da könnte sich mancher Erwachsene und mancher Politiker eine Scheibe von abschneiden.
    Ich finde es regelrecht beschämend, dass die Jugend sogar ein Gutachten beim Wuppertal Institut in Auftrag geben musste, um der Politik nachzuweisen, welche Maßnahmen jetzt dringend umgesetzt werden müssen und dass ihre Forderungen eben nicht unrealistisch sind.
  • Das Bundesverfassungsgericht hat kürzlich klar gemacht, dass ältere Generationen nicht einfach Treibhausgase in die Atmosphäre entsorgen dürfen ohne Rücksicht auf die Jüngeren.
    Die Entscheidung war sensationell und bringt Machtverhältnisse zum Erodieren. Endlich!
    Man weiß gar nicht, welchen Satz im Beschluss man sich zuerst anstreichen soll. Da steht jetzt also plötzlich, was Politikerinnen und Politiker bislang gerne müde weglächelten: Die Freiheit der Älteren, sich heute alles zu nehmen, verletzt die Freiheit der Jüngeren, morgen überhaupt noch eine Wahl zu haben.
    Wenn die ältere Generation wie gewohnt vor sich hinlebt, wenn sie große Teile des uns allen noch bleibenden CO₂-Budgets verbraucht, stehen ihre Kinder und Enkelkinder nämlich vor gigantischen Problemen. Von denen viele zwar nichts hören wollen, was aber nichts daran ändert, dass sie drohen.
    Die grundlegende Aussage des historischen Beschlusses lässt sich also so zusammenfassen:
    Die Politik hat eine juristische Verantwortung für die Zukunft der Jüngeren, und so banal das auch klingen mag - das ändert mal eben alles.
    Und ganz ehrlich – braucht es tatsächlich unser oberstes Gericht, um den regierenden Politikern diese Binsenwahrheit ins Gewissen zu rufen? Was für eine Blamage ! Peinlich! Peinlich!
  • Und jetzt muss ich 2 Tage vor der Bundestagswahl noch einmal politisch werden:
    In seiner letzten Sitzungswoche vor der Sommerpause verabschiedete der Bundestag auf Druck des Bundesverfassungsgerichtes – zum zweiten Mal und wahrscheinlich nur, weil jetzt die Wahlen anstehen– ein wieder völlig unzureichendes Klimagesetz und sich danach selbst in die Sommerpause.
    Das war ein Desaster. Denn das Klima macht keine Sommerpause. Wir stehen deshalb solidarisch mit allen, die schon heute unter den Folgen der Klimakrise leiden und streiken gemeinsam: für echten und sozial gerechten Klimaschutz und Wandel.
    Die Politiker steuern sehenden Auges in die größte Katastrophe, der die Menschheit je gegenüberstand. Das haben sehr, sehr viele noch gar nicht richtig begriffen. Es darf kein "weiter so" geben. Es darf keine weitere Wahlperiode geben, die geprägt ist von Lavieren, Taktieren, Klimabremsern und Greenwashing.
    Wir streiken für eine Wahlperiode der Klimagerechtigkeit.
    Die Bundestagswahlen am kommenden Sonntag sind eine gute Gelegenheit, etwas für den Klimaschutz zu tuen.
    Fühlt den Kandidaten auf den Zahn in Sachen Klimaschutz – aber schaut auch genau hin – "an ihren Taten werdet ihr sie erkennen". Die letzten Regierungen haben viel von Klimaschutz geredet und schöne, nichtssagende Gesetze ohne Konsequenzen verabschiedet und damit die Energiewende teilweise sogar bewusst ausgebremst.
    Geht deshalb bitte wählen.
    Wie ungemütlich es demnächst auf diesem Planeten wird, entscheiden die Wähler mit an diesem Wochenende. Aber wählt bitte nur Kandidaten oder Parteien, die sich nachweislich mit Überzeugung für den Klimaschutz einsetzen.
Anträge der Lokalen AGENDA21 an den Gemeinderat

Die Lokale AGENDA21 vertritt Forderungen nach Klimaschutz und Nachhaltigkeit bereits seit mehr als 21 Jahren – Leider nicht mit der Öffentlichkeitswirksamkeit, wie sie die FridaysForFuture mit Greta Thunberg innerhalb eines Jahres geschafft haben. Das ist schade, denn wenn in den vergangenen 21 Jahren bereits konsequenter gehandelt worden wäre, dann wären wir jetzt nicht so unter Druck.
Die Lokale AGENDA21 hat als Ergebnis einer Klausurtagung mit dem Gemeinderat zu ihrem 21-jährigen Jubiläum folgende Forderung an den Gemeinderat erarbeitet:

Texte dazu siehe eigene Seite.

 

Darum fordern wir alle Gemeinderäte auf, sich intensiver mit der Klimakrise zu beschäftigen und die nötigen lokalen Konsequenzen zu ziehen und Prioritäten zu setzen.
Ein "Weiter so wie bisher" kann es auch in der Gemeindepolitik nicht geben.

Beim Vor-Ort-Termin auf unserer letzten Online Demo im März, die wegen Corona nicht in Präsenz stattfinden konnte, hatten wir dem Bürgermeister und dem Gemeinderat eine Vorschlagsliste der LA21 mit einer Sammlung von Beschlussvorschlägen übergeben. Außer dem vorher erwähnten Beschluss für ein Gebäudesanierungskonzept, haben wir leider nicht weiter feststellen können, dass diese Vorschlagssammlung zur Kenntnis genommen und bearbeitet wurde.
Damit es aber weiter geht, reichen wir deshalb heute noch einmal zwei konkrete Anträge zu gemeindlichen Neubauten und zur Bauleitplanung nach.
Wir denken, dass diese Anträge/Beschlüsse unmittelbar bei den aktuell anstehenden Bauvorhaben der Gemeinde Anwendung finden könnten. Z.B. könnte das neue Gebäude am Dorfplatz (wenn es denn tatsächlich gebaut wird) in Holz errichtet werden – und auf der Flur Nr.84 hier nebenan zwischen Rathaus und AWO Altenheim könnte das erste klimaneutrale Baugebiet in unserer Gemeinde entstehen.
So könnte der Gemeinderat beweisen, dass der Klimaschutz auch hier in Feldkirchen-Westerham ernst genommen wird und dass er verstanden hat, dass sich wirklich etwas ändern muss.

Antrag Bauleitplanung und gemeindliche Neubauten (PDF, 189 KB)

 

 

Aktuelles Thema

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21 Jahre AGENDA21

Vor über 21 Jahren beschloss der Gemeinderat eine Lokale Agenda 21 für Feldkirchen-Westerham. Aus Anlass des 21jährigen Bestehens fand am 21.05.2019 eine Sondersitzung des Gemeinderats statt. Zweiter Bürgermeister Martin Oswald begrüßte dazu nicht nur die Gemeinderäte, sondern auch Mitarbeiter der Verwaltung und des Bauhofs, Vertreter der Ortsräte und nicht zuletzt die Aktiven der Lokalen Agenda 21. Diese hatten auch die Vorbereitung und Organisation des Abends übernommen.

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21 Jahre Lokale Agenda 21 in Feldkirchen-Westerham

Die Agenda 21 der Gemeinde Feldkirchen-Westerham besteht aus Bürgern, die sich im Sinne der globalen Agenda 21 auf lokaler Ebene engagieren. Sie existiert seit mittlerweile 21 Jahren und ist in verschiedenen Arbeitskreisen organisiert.

Was ist eigentlich Agenda 21?

Die weltweite Erkenntnis, daß die Menschen dringendst ihre Lebensweise, und vor allem ihre Art zu wirtschaften umstellen müssen, hat 1992 in Rio de Janeiro sage und schreibe 178 Staaten an einen Tisch gebracht. Sie haben sich darüber Gedanken gemacht, wie man die sichere Katastrophe noch abwenden, und uns, und unseren Kindern doch noch das Überleben und eine lebenswerte Zukunft sichern könne.
Wenn man bedenkt, wie schwierig es ist, sich schon im kleinsten Freundes- bzw. Familienkreise auf eine gemeinsame Absicht zu einigen, so kann man vielleicht ein klein bißchen ermessen, was für eine Dimension allein das Zustandekommen einer solchen gemeinsamen Erklärung hat.

In Rio wurden von den 178 Teilnehmerstaaten fünf Dokumente verabschiedet:

  1. Die Rio-Deklaration
    Sie ist das Hauptdokument und enthält die wesentlichen Grundsätze im Bereich Umwelt und Entwicklung:

    • Sie fordert eine wirksame Umweltgesetzgebung
    • Sie fordert eine wirksame Bekämpfung der Armut
    • Sie betont das Recht auf eine (maßvolle) Bevölkerungsentwicklung
    • Sie betont die Verantwortung der Industrieländer als Verursacher (!) der globaler Umweltschäden
    • Sie fordert das Vorsorge- und Verursacherprinzip
    • Sie fordert Umweltverträglichkeitsprüfungen (Öko- Auditing, Öko-Bilanzen)
  2. Die Walderklärung
    Sie enthält Grundsätze zur Waldbewirtschaftung und Walderhaltung, da der Wald eine unserer wichtigsten Lebensgrundlagen ist.

  3. Die Klimakonvention
    Sie fordert die internationale Zusammenarbeit zur Verhinderung gefährlicher Klimaveränderungen, z.B. die Reduzierung des Kohlendioxid (CO²) Ausstoßes. Bundeskanzler Helmut Kohl hat sich in unser aller Namen verpflichtet, daß Deutschland seinen CO² Ausstoß bis zum Jahre 2005 um 25% verringern wird. Wenn wir dieses Ziel erreichen, und unseren Kanzler nicht im (sauren) Regen stehen lassen wollen, dann muß sich jeder einzelne von uns wohl Gedanken machen, welchen Beitrag er selbst - persönlich! - wohl dazu leisten muß.

  4. Die Konvention über die biologische Vielfalt
    Tier- und Pflanzenarten sollen geschützt, und ihre bedrohten Lebensräume erhalten und gesichert werden.

  5. Das Aktionsprogramm Agenda 21
    Wenn Sie mit diesem Begriff bereits etwas anfangen können, so gehören Sie zu den etwa 12% der Deutschen, die zu wissen glauben, was Agenda 21 wohl sein könnte. Die Agenda 21 ist das eigentliche Aktionsprogramm, das uns alle auffordert, alles uns mögliche zu tun, um die in den anderen Papieren formulierten Ziele zu erreichen. Alle Staaten wurden aufgefordert, etwas gegen die weiteren Verschlechterung unserer Lebensbedingungen zu unternehmen. Entscheidend ist dabei die Berücksichtigung von Umweltaspekten in allen Bereichen unseres Lebens (Wirtschaft, Politik, Freizeit, Vergnügen) und auf allen Ebenen (UNO, EU, Deutschland, Länder, Gemeinden, Vereinen und durch jeden einzelnen Bürger).

Was hat Feldkirchen-Westerham mit der Agenda 21 zu tun?

Die Konferenz in Rio hat alle, Politiker, Verantwortungsträger, aber eben auch ganz besonders die Vereine und jeden einzelnen Bürger beauftragt, sich über die Lebensstrategie im 21. Jahrhundert Gedanken zu machen.

Sechs lange, zähe Jahre hat es gedauert, bis sich endlich etwas in Bewegung gesetzt hat. Erst 1997 kommt der Agenda 21 Prozeß auf der kommunalen Ebene so langsam ins Rollen. Überall um uns herum beginnen Gemeinden wie Germering, Unterhaching, Holzkirchen oder München, sich für das Thema Zukunft und Überleben zu interessieren und rufen Arbeitskreise und Initiativen ins Leben. Einige sind uns bereits um Jahre voraus.

Endlich 1997 haben auch wir uns in Feldkirchen-Westerham in Bewegung gesetzt, und haben angefangen, uns über unseren lokalen Beitrag für die Lebensweise im nächsten Jahrhundert Gedanken zu machen. Wir wollen Ideen entwickeln, was ganz speziell für unsere allernächste Umgebung wichtig ist, und welche Beiträge wir Feldkirchener zu einer Überlebensstrategie leisten könnten.

Dazu haben wir bisher 4 Arbeitskreise gebildet, in denen jeder mitarbeiten kann. Jeder neue Mitarbeiter ist jederzeit herzlich willkommen und wird dringend gebraucht.

Eines unserer Hauptprobleme, an denen wir arbeiten ist, daß wir uns noch viel mehr bemühen müssen, mit unseren Vorräten (Ressourcen) besser hauszuhalten, und viel, viel umweltverträglicher zu leben und zu wirtschaften.

Aber wir müssen uns klar sein, daß die lokale Agenda 21 nur einen Teilaspekt des Agenda Gedankens abdeckt, und daß wir noch gehörig über den Tellerrand hinausschauen müssen.

Zum Blick über den Tellerrand gehört auch ein fairer Ausgleich mit unseren Nachbarn und der sogenannten dritten Welt. Auch dazu können und müssen wir von Feldkirchen aus einen erheblichen Beitrag leisten.

Siehe auch Homepage der Gemeinde.